Jeremia beschreibt einen Baum, der auch in der Hitze grün bleibt. Sein Geheimnis liegt verborgen. Es liegt unter der Oberfläche. Seine Wurzeln reichen dorthin, wo Wasser fließt.
So ist ein Mensch, der auf den Herrn vertraut.
Auch unser Leben kennt heiße Zeiten. Sorgen um Menschen, gesundheitliche Grenzen, Einsamkeit, Konflikte, Druck, Verantwortung, Müdigkeit. Manchmal wird die Seele trocken. Manchmal fragt das Herz ganz schlicht: Woher kommt Kraft für diesen Tag?
Jeremia malt Vertrauen auf Gott ohne Zuckerguss. Die Sonne brennt weiter. Der Druck kann bleiben. Die Lage kann eng sein. Der Unterschied liegt tiefer: in der Verwurzelung.
Wer Gott vertraut, lebt aus einer Quelle, die tiefer reicht als Tagesform, Stimmung und eigene Kraftreserven. Gottes Nähe wird Wasser im Verborgenen. Seine Zusagen nähren, wenn außen wenig wächst. Seine Treue hält, wenn der Boden hart wird.
Jeremia wusste, wovon er sprach. Seine Worte kamen aus durchlittenem Glauben. Er kannte Ablehnung, Einsamkeit, Bedrohung und dunkle Orte. Er schrieb vom Vertrauen als einer, der Hitze erlebt hatte.
Darum haben seine Worte Gewicht.
Die Frage lautet: Wo sind meine Wurzeln verankert?
Vielleicht beginnt Vertrauen heute ganz schlicht: die Wurzel tiefer senken. Ein Satz. Ein Gebet. Ein Atemzug. Ein Glas Wasser. Ein Blick zu Jesus.
Die Hitze hat Macht.
Die Quelle hat mehr.
Herr, du bist meine Quelle.
Ich bleibe bei dir.
© Ella Anders