Tagesimpuls
(Prediger 3,1)
Ein Gedicht für Menschen,
die gelernt haben:
Gott kennt Zeit.
„Alles hat seine Zeit“
als Lebenserfahrung,
getragen von Jahren.
Ein Zitat für Postkarten.
Wahrheit mit Gewicht.
Die Welt drängt.
Gott wirkt leise.
Er lässt wachsen.
Wir gießen nur.
Abraham.
Sarah.
Alter als Grenze?
Zeit als Verheißung.
Und Theologie?
Auch sie hat ihre Zeit.
Kein Schnellkurs.
Dranbleiben.
Ausharren.
Treu bleiben.
Du gehst deinen Weg.
Gott begleitet.
Sein Rhythmus trägt.
Seine Zeit genügt.
© Ella Anders
„Ich war nicht krank.
Ich war alt.“
Ein Sohn stirbt mit 36.
Krankenhauskeim. Ende.
Ein Paar: 95 und 85.
Sie sagen: Es reicht. Wir wollen gehen.
Drei Sätze.
Alle wahr.
Alle schwer.
Was fehlt?
Medizin? Nein.
Pflege? Nein.
Erklärungen? Vielleicht.
Gott.
Im Vertrauen.
Im Halt.
In der Nähe.
Jesus gibt keine Antwort auf das Warum.
Er erklärt nichts.
Er diskutiert nicht.
Er sagt:
Komm. Folge mir.
Das reicht.
Und dann diese Zusagen – weise und tragfähig:
Ich darf in Frieden gehen.
Ich werde getragen.
Auch dann, wenn ich nichts mehr halte.
Alte Menschen träumen.
Die Bibel bleibt ehrlich:
Altwerden ist Arbeit.
Altwerden verlangt Mut.
Tägliches Loslassen, Annehmen und Vertrauen.
Augen lassen nach.
Ohren auch.
Beine wackeln.
Angst fährt mit.
Während draußen Leben ist,
wird es innen leiser.
Und dort sagt Jesus:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Und wer lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.
Glaubst du das?“
Ich sage das aus Erfahrung.
79 Jahre.
Körper.
Seele.
Geist.
Ein Happy End.
Durch Gnade.
Und mit ihr
tritt alles andere
in den Hintergrund.
Er trägt.
Bis zuletzt.
Amen.
© Ella Anders
„Jetzt sehen wir wie in einem Spiegel, undeutlich.“
(1. Korinther 13,12)
Manchmal geschieht etwas,
das sich kaum in Worte fassen lässt.
Plötzlich ist eine Nähe da, die trägt.
Einfach gespürt.
Paulus beschreibt unser Erkennen:
wie in einem Spiegel – undeutlich, bruchstückhaft.
Schlicht gesagt:
Unser Sehen ist begrenzt.
Und genau hier geschieht Unerwartetes:
Liebe tritt in den Blick.
Eine Erfahrung,
eine Nähe,
die tief berührt.
Die das Herz ergreift.
Die sprachlos macht.
Ab hier geht es anders.
Von innen heraus.
Wo Liebe berührt,
wird das Leben anders,
denn Liebe verwandelt.
Vieles bleibt undeutlich.
Der Spiegel bleibt ein Spiegel.
Was bleibt, ist, was trägt.
Die Liebe.
Es geht auch anders!
Amen.
© Ella Anders
„Jetzt sehen wir wie in einem Spiegel, undeutlich.“
(1. Korinther 13,12)
Manchmal geschieht etwas,
das sich kaum in Worte fassen lässt.
Plötzlich ist eine Nähe da, die trägt.
Einfach gespürt.
Paulus beschreibt unser Erkennen:
wie in einem Spiegel – undeutlich, bruchstückhaft.
Schlicht gesagt:
Unser Sehen ist begrenzt.
Und genau hier geschieht Unerwartetes:
Liebe tritt in den Blick.
Eine Erfahrung,
eine Nähe,
die tief berührt.
Die das Herz ergreift.
Die sprachlos macht.
Ab hier geht es anders.
Von innen heraus.
Wo Liebe berührt,
wird das Leben anders,
denn Liebe verwandelt.
Vieles bleibt undeutlich.
Der Spiegel bleibt ein Spiegel.
Was bleibt, ist, was trägt.
Die Liebe.
Es geht auch anders!
Amen.
© Ella Anders